Samstag, 18. April 2015

Was bleibt

Draußen regnete es in Strömen, der Regen prasselte auf das Dach und an die Fensterscheiben des Hauses, in dem ein junges Mädchen auf der Fensterbank saß und nach draußen starrte. Draußen war es dunkel und zugleich durch die vielen Lichter der Stadt hell. So viele Menschen waren unterwegs.
Sie alle lebten und erfreuten sich daran, sorgten sich um unwichtige Dinge wie Abendessen oder ob ihnen das Oberteil auch wirklich gut stand. Ob sie eine Ahnung hatten wie es den Menschen um sie herum ging? Denen, mit denen sie täglich sprachen, ihrer Familie und ihren Freunden oder auch den Menschen, an denen sie gerade zufällig vorbei liefen?
Das Mädchen war sich sicher, dass niemand wusste wie sie sich gerade fühlte, dass niemand es verstand. Da war eine große Leere, als wäre sie nicht mehr in ihrem Körper drin oder als wäre der Teil von ihr, der für Gefühle zuständig war, einfach abgekapselt worden. Aber zugleich fühlte sie einen tiefen Schmerz wie er sich nicht mit Worten beschreiben lässt, man kann ihn nur fühlen. Es war, als würde ihr das Herz aus der Brust gerissen werden und zugleich spürte sie es noch schlagen, obwohl sie nicht verstand, wieso es das tat, wo sie sich doch innerlich so tot fühlte.

Mittwoch, 15. April 2015

Eichenrinde

Eichenrinde


Die Frau wanderte durch den Wald, jedoch nicht wie alle anderen Spaziergänger auf den Wegen, sondern direkt durch das Gestrüpp mitten hinein in das dichte Gewirr aus Bäumen.
Sie hatte ein Ziel vor Augen und wusste ganz genau wie sie es erreichen würde. Naja – so genau doch nicht, sie hatte die Koordinaten in ein GPS-Gerät eingegeben und richtete sich sicherheitshalber nach ihm. Es war viele Jahre her, seit sie das letzte Mal hier gewesen war und genau wie die Zeit, änderten sich auch die Wälder. Bevor sie sich noch verlief, nahm sie lieber eines dieser Geräte mit.
Sie suchte einen bestimmten Baum, der auf einer Lichtung gestanden hatte. Sie wollte ihn noch einmal sehen, um sich zu vergewissern, dass diese Erinnerungen real waren. Aber wie konnten sie nicht real sein, wenn sie sich so genau an die Koordinaten erinnerte?
Während sie durch den Wald lief und nach der Eiche suchte, träumte sie von den Tagen auf dieser Lichtung.
Sie und ihr damaliger Freund hatten sich dort im Sommer immer getroffen, gepicknickt und sich unterhalten. All dies im Schatten der Eiche oder in der Sonne auf der Wiese. Sie hatten sogar ein paar Mal dort übernachtet.

Dienstag, 14. April 2015

Löwenbilder

Mir persönlich gefällt die Geschichte nicht, aber für die Challenge ist mir einfach nichts besseres eingefallen. :D

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Löwenbilder


Es war ein sonniger Tag und die Besucher strömten in den Zoo. Darunter war auch eine Schulklasse. Und zu dieser Schulklasse gehörte Mark. Mark liebte Zoobesuche, obwohl so ziemlich jeder der Meinung war, dass er inzwischen zu alt dafür sei. Naja, zumindest bis er die Bilder sah, die Mark mit seiner teuren Kamera von den Zootieren machte. Dann war er beeindruckt. Doch auch das wurde seinen Mitmenschen nach einiger Zeit zu langweilig, während es die Lieblingsbeschäftigung des Jungen war.
Heute faszinierten ihn besonders die Löwen und als die Klasse nach der Führung noch Zeit bekam, sich im Zoo umzusehen, befasste er sich ausschließlich mit den ihnen.
Zwei Stunden lang stand er am Gehege und lief darum herum, um die großen Katzen von allen Seiten abzulichten. Trotz des Zoomes wurden seine Bilder gestochen scharf, darauf hatte er beim Kauf der Kamera besonders geachtet.

Donnerstag, 9. April 2015

Federträume

Federträume


Zu zweit saßen sie auf dem Boden der Scheune und unterhielten sich. Es roch nach Stroh und Tieren, für sie ein angenehmer Geruch.
In einer Hand hielt das junge Mädchen eine Feder und zeigte sie dem Jungen neben sich. Er sah sie verwirrt an.
„Manchmal, wenn ich Dinge sehe, stelle ich mir vor, was sie alles schon gesehen und erlebt haben“, erklärte es ihm mit leiser, sanfter Stimme.
Verstehen blitzte in seinen Augen auf. „Also siehst du die Feder und erfindest ihre Lebensgeschichte?“
Sie nickte lächelnd. „So ungefähr.“
Er griff nach der anderen Hand des Mädchens und strich darüber, sah ihr lange in die Augen. Es fühlte sich an, als würde er sie wirklich verstehen. „Und was hat diese Feder bisher so erlebt?“
Ihr Herz raste und ihre blauen Augen wandten sich wieder der Feder zu. Lange betrachtete sie sie. „Sie weiß, was Freiheit ist. Sie hat zu einer Taube gehört, die eigentlich im Besitz von einem alten Mann war, der seine Tauben nur zur Schau hatte und dem sie eigentlich völlig egal waren. Und dann hat sie gemeinsam mit ein paar anderen Tauben beschlossen zu fliehen. Sie sind, als der alte Mann sie endlich mal wieder hat fliegen lassen, aus dem Schwarm heraus und einfach losgeflogen, so lange, bis sie nicht mehr konnten und eine Pause machen mussten.“

Mittwoch, 8. April 2015

Die kleinen Dinge und Wunder von Gott

Die kleinen Dinge und Wunder von Gott


Sie trug das goldene Kreuz immer um den Hals, Tag und Nacht, seit sie es zu ihrer ersten Kommunion geschenkt bekommen hatte. Und sie trug es mit Stolz, denn sie glaubte und es war alles, was sie in ihrem Leben tun wollte. Sie wollte dem Herrn dienen und das würde sie, indem sie andere von seiner Barmherzigkeit, seiner Liebe und vor allem seiner Existenz überzeugte.
Denn sie wusste genau, dass er existierte, er stellte es jeden Tag aufs Neue unter Beweis.
Nicht, dass er je zu ihr gesprochen hatte, nein, das tat er nie, doch sie sah seine Gegenwart in all den kleinen schönen Dingen in dieser Welt.
Sie sah es in dem Löwenzahn, der sich durch ein Loch der asphaltierten Straße gezwängt hatte und nun allein dort stand und blühte und der grauen Welt Leben einhauchte.
Sie sah es in den Wolken, die über den klaren blauen Himmel zogen und immer wieder ihre Form und Farbe veränderten.
Sie sah es in den Bäumen, die jedes Jahr aufs Neue aufblühten und der steinernen Welt trotzten, die die Menschen geschaffen hatten.

Dienstag, 7. April 2015

Symbol der Schönheit

Symbol der Schönheit


Es sind die kleinen Dinge, die uns begreiflich machen, was Schönheit bedeutet und wie schön das Leben ist.
Für mich war es an diesem Tag eine Blumenwiese. Gut, nimmt man es genau, ist diese nicht besonders klein, aber doch in dem Sinne, was die Gesellschaft als schön bezeichnet: Liebe, Freundschaft, etc. Ja, sie sind schön, aber auch nur, weil sie sich aus vielen kleinen schönen Dingen zusammensetzen.
Genau genommen tut eine Blumenwiese das auch, aus vielen kleinen Blumen und Gräsern. Sie ist genau so vielfältig wie Freundschaft oder Liebe.
Überall sprießen hier bunte Blumen aus dem Boden, rote Tulpen und Mohnblumen, blaue Vergissmeinnicht, gelbe Butterblumen, weiße Gänseblümchen und viele mehr. Dazwischen ist überall Gras und Pflanzen, die in Gärten als Unkraut bezeichnet werden. Doch hier passen sie perfekt ins Bild, fügen sich ein und lassen die Blumenwiese noch schöner und natürlicher wirken.

Sonntag, 5. April 2015

Magie von Trudi Canavan



Inhalt:
Als die junge Tessia im Haus ihres Lehnsherren von einem Sachakaner überrascht wird, der sie verführen will, entdeckt sie ihre magischen Fähigkeiten. Sie ist ein sogenanntes Naturtalent und ihr Lehnsherr Lord Dakon nimmt sie als seine Meisterschülerin auf. Das passt seinem anderen Meisterschüler Jayan nicht, da dies seine eigene Ausbildung verzögert. Doch Tessia ist als Tochter des Dorfheilers so oder so mehr daran interessiert, den Menschen mit ihrer Heilkunst zu helfen, als daran Magie zu erlernen. Dennoch lernt sie schnell.
Als die drei nach Imardin, die Hauptstadt Kyralias, reisen, wird ihr Dorf von Sachakanern angegriffen und zerstört, wobei Tessias Eltern ums Leben kommen.
Gemeinsam mit einigen anderen Magiern verfolgen sie die Eindringlinge, die eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Marian Keyes - Der hellste Stern am Himmel

                                             

Inhalt:
In einem Haus in der Star Street in Dublin leben in kleinen Wohnungen viele Menschen, ein Ehepaar, eine alte Dame mit ihrem Hund, drei junge Menschen in einer WG, eine 40-jährige Karrierefrau mit weichem Herz und alle haben sie eigentlich nichts miteinander zu tun. Doch immer wieder laufen sich diese Menschen über den Weg, beeinflussen das Leben der anderen.
Die alte Dame hat ein Kind adoptiert, das nun in Dublin ein großer Star werden soll und vorrübergehend zu ihr zieht und sich dabei in die meisten weiblichen Hausbewohner verliebt.
Das Ehepaar scheint schon längere Zeit Probleme zu haben und doch sind sie noch immer zusammen und halten zueinander.
Die drei jungen Erwachsenen in der WG, zwei Jungen - beste Freunde - und ein Mädchen, dass die Jungen nicht leiden können, gehen einander auf den Wecker und finden doch auf irgendeine Weise zueinander.

Montag, 8. Dezember 2014

Am Straßenrand

Wie ich in der Novemberplanung bereits erwähnt habe, bin ich ein wenig herumgelaufen und habe am Straßenrand einige Fotos gemacht. Denn ich bin der Meinung, dass die Menschen wenn sie in ihren Autos am Wegesrand vorbeirasen nicht das Schöne in der Welt sehen und das möchte ich einfangen und zeigen. Es gibt überall schöne Dinge und wir müssen sie nur sehen.

Da ich in einer eher ländlichen Gegend wohne, lief das Fotographieren hauptsächlich uaf Blumen und Felder hinaus.





Freitag, 14. November 2014

Wir jagen die, die uns jagen

Diesmal eine Fanfiction und zwar von Teenwolf.

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Ich atme einmal tief durch und dann noch einmal. Und noch einmal. Langsam sollte ich mich wirklich bewegen. Aber es geht einfach nicht.
Sie haben mir gesagt, es würde einfach sein, ich würde mich dabei nicht schlecht fühlen und das müsse ich auch gar nicht, schließlich würde ich ein Monster töten und keinen Menschen.
Doch auch ein Monster hat Familie und Freunde. Und wenn es Freunde hat, dann kann es doch gar kein Monster sein, oder? Monster werden von allem gehasst außer von anderen Monstern und da ich mein Zielobjekt eine Zeit lang beobachtet habe, weiß ich inzwischen, dass seine Freunde das nicht sind. Es sind gute Menschen. Sie helfen sogar in einer Suppenküche.
Also, was für ein Monster kann mein Zielobjekt dann schon sein?
Ich wurde gewarnt, dass das mit mir passieren könnte, dass ich Schuldgefühle bekommen könnte, noch ehe ich das getan habe, was nötig ist. Ich solle nicht lange darüber nachdenken, sondern es einfach tun. Aber ich kann nicht. So bin ich einfach nicht. Ich kann niemanden töten, der unschuldig ist, der noch nie jemanden getötet hat, obwohl er durch einen Biss in ein Monster verwandelt wurde.
„Wir jagen die, die uns jagen.“ Das ist unser Kodex. Wir beschützen die Menschen vor Dingen, die ihr Verstand nicht bereit zu akzeptieren ist. Das Übernatürliche existiert überall auf dieser Welt, doch nur wenige können es erkennen und noch weniger glauben, was sie sehen.
Doch dieser 17-jährige Junge jagt keine Menschen, er jagt nicht einmal Wild. Er lebt einfach nur vor sich hin, so wie jeder normale Teenager in seinem Alter. Doch er ist nicht normal. Und spätestens heute Nacht wird sich das zeigen, denn es ist Vollmond.
Und bei Vollmond werden sie alle zu Jägern, zu den Raubtieren, die sie in Wahrheit sind. Bei Vollmond fällt es ihnen schwer sich zu beherrschen und nur viel Übung und ein hohes Maß an Konzentration hält sie unter Kontrolle. Und das auch nur, wenn jemand bei ihnen ist, der es ihnen beibringen kann. Doch das hat dieser Junge nicht, er ist auf sich allein gestellt in seiner neuen Welt. Erst letzten Monat wurde er verwandelt, dies ist also sein erster Vollmond, seit er ein Werwolf ist. Der erste ist immer der schlimmste, so steht es zumindest in unseren Büchern.
Automatisch frage ich mich, ob der Junge Angst hat. Nein, das Monster. Ich soll ihn nicht zu einer Person machen, sonst kann ich ihn nicht töten, sagen sie.
Er muss gemerkt haben, wie er sich verändert, wie seine Sinne schärfer werden, wie die Tiere beginnen, Angst vor ihm zu haben. Auch seine Klauen, Fangzähne und glühenden Augen können ihm nicht verborgen geblieben sein. Er muss fürchterliche Angst haben, er kann ja gar nicht wissen, was mit ihm passiert.
Wieso hat ihn der, der ihn verwandelt hat, einfach allein gelassen? Er hat doch die Verantwortung für ihn, er muss auf ihn aufpassen.
Ich schlucke. Vielleicht tut er ja genau das. Vielleicht weiß er, dass ich hier bin, um seinen Beta zu töten und wartet nur darauf, dass ich mich zeige. Ich muss vorsichtig sein.
Langsam gehe ich auf das Haus zu und schaue zu seinem Zimmer hinauf. Der Junge heißt Marc. Werden seine Eltern und Freunde jemals erfahren, was mit ihm geschehen ist? Wie würde ich mich fühlen, als Mutter, die ihr Kind verloren hat?
Ich senke den Blick. Ich kann das nicht... Aber wenn ich es nicht tue, dann wird er töten und das darf ich nicht zulassen.
Die Werwolfpopulation hat in dieser Gegend stark zugenommen in den letzten Monaten, der Rest meiner Familie ist ebenfalls auf der Jagd. Mir haben sie das einfachste Ziel überlassen, den jungen Beta, vor dessen Haus ich gerade stehe. Er weiß noch nicht wie er sich verteidigen und auch nicht wie er sich kontrollieren kann. Ich sollte ihn schnell töten und zwar bevor er sich verwandelt. Denn dann wird er nur noch einen Gedanken kennen: Töten.
Ich schaue zum Himmel, kann bereits den Mond erkennen. Gleich wird es losgehen.
Direkt neben seinem Fenster verläuft eine Regenrinne entlang, an dieser halte ich mich nun fest und klettere hoch, ziehe mich dann auf sein Fensterbrett.
Zwei erschrockene Augen starren mich an. Ich lege den Finger auf die Lippen und bedeute dem Jungen, das Fenster zu öffnen. Er starrt mich einfach weiter an. Ich wiederhole die Geste, diesmal energischer und er reagiert, schiebt es hoch.
„Wer bist du?“, fragt er.
Seine blonden Haare stehen ihm zerstrubbelt und nass vom Kopf ab, er muss gerade duschen gewesen sein.
„Die einzige, die dich davor bewahren kann, heute Nacht Menschen zu töten“, sage ich.
Der Blick in seinen Augen wird noch ängstlicher. „Was?“
„Du hast einige Veränderungen an dir bemerkt, nicht wahr?“
Er nickt. Ich seufze. Es hätte ja noch immer sein können, dass er nicht verwandelt wurde, dass es ein falscher Alarm war.